AUTENTIZITÄT, KONGRUENZ & PRÄSENZ

Authentizität & Kongruenz

Das Pferd ist ein Beute- und damit Fluchttier, welches hochsozial im Schutz einer Herde lebt. Damit sich ein Pferd einem Menschen im Sinne einer Zweierherde anschließt und sich mit uns wohl und sicher fühlt, müssen wir uns in der Kommunikation mit dem Pferd authentisch und kongruent verhalten. Das heißt, es fühlt sich nur dann mit uns wohl, wenn unsere tatsächlichen Emotionen mit den von uns vermittelten kommunikativen Botschaften übereinstimmend, also kongruent, sind. Es nützt also nichts einem Pferd im Befehlston zu begegnen, wenn wir eigentlich Angst verspüren. Pferde sind meisterlich darin solche Inkongruenzen zu erkennen und unsere Emotionen und versteckten Botschaften hinter dem reinen Kommando zu erspüren, denn es ist für das Pferd in Freiheit überlebensnotwendig die tatsächlichen Absichten des schleichenden Jägers zu fühlen und somit quasi „Gefahr zu riechen“. Wenn wir also etwas von einem Pferd wollen, ist es notwendig uns unserer selbst bewusst zu sein und im Einklang mit unseren Emotionen, also authentisch, zu kommunizieren. Dabei ist das Pferd für den Menschen ein wunderbarer und unmittelbarer Feedbackgeber. Gleichzeitig sind wir angehalten unsere Emotionen und die dahinter liegenden Einstellungen, Vorurteile und Erfahrungen zu hinterfragen und bewusster mit diesen umgehen. Hier ist ein Ansatzpunkt für einen großen Teil meiner Arbeit.

 

Präsenz

Ein weiterer Grund für die Besonderheit bei der Arbeit mit Pferden als Co-Trainer ist ihre Verbindung zu der sie umgebenden Welt, der Natur und ihr absolutes, immer präsentes leben des Augenblicks. Wer mit Pferden kommunizieren möchte und sich dafür auf den Rhythmus eines Pferdes einlässt, verlässt das DORT (wo auch immer das sein mag) und landet unvermeidlich im HIER und damit bei sich selbst. Ein guter Ausgangspunkt um die Seele mal baumeln zu lassen, frei zu sein von den immer gleichen Gedanken des Alltags aber eben auch für die Arbeit an uns Selbst.

„Ich sah den Fledermäusen zu, wie sie flatterten und sich in den Himmel stürzten. So leicht waren sie. Sie lebten in einer Welt der Reflexionen, der Spiegelungen, im ständigen Zwiegespräch mit der Oberfläche und Masse der Dinge. Es war ein Leben, das ich nicht ertragen könnte. Sie wussten nie, wo HIER war, sie kannten nur ein Echo des DORT.“        

 (T.S. Spivet in „Die Karte meiner Träume“)